06.11.26 –
Stadtmuseum in der Innenstadt statt auf dem „Zukunftscampus“ auf dem Quenz
Ein aktueller Vorschlag sieht vor, das Stadtmuseum aus dem Frey-Haus in der Ritterstraße auf den Quenz auszulagern. Es soll auf einem „Zukunftscampus“ mit dem Industriemuseum zusammengelegt werden. Die bündnisgrüne Fraktion in der SVV Brandenburg an der Havel hält das in vielerlei Hinsicht für unüberlegt.
„Setzen sich Oberbürgermeister Keip und die CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Tiemann mit ihren Ideen durch, verliert unsere Stadt nach dem Altstädtischen Bürgerhaus und der Kunsthalle Brennabor einen weiteren Kulturort in der Innenstadt – und das kurz vor der 1100-Jahr-Feier“, betont Klaus Hoffmann, bündnisgrünes Mitglied im Kulturausschuss der SVV. „Seit 2016 wird über die Sanierung am jetzigen Standort diskutiert, doch sie wurde immer wieder verschleppt. Jetzt soll dieser für Besucher unserer Stadt wunderbare Standort einfach aufgegeben werden, statt nach kreativen Lösungen für einen barrierefreien Umbau in zentraler Lage zu suchen. Auch wenn der Standort am Industriemuseum dadurch aufgewertet würde: Wir halten das für den falschen Weg!“
Hintergrund:
Nach jahrelanger Diskussion beauftragte die Stadtverordnetenversammlung 2016 die Verwaltung, mehrere Varianten zur Erneuerung des Stadtmuseums zu prüfen. Dazu gehörte auch die Sanierung und Neukonzeption am jetzigen Standort. Die Kosten wurden damals auf knapp 3 Millionen Euro geschätzt. Spätere Schätzungen für den kompletten Umbau samt neuem Zentraldepot lagen bei rund 8 Millionen Euro. Umgesetzt wurde nichts davon – weder unter Oberbürgermeisterin Dr. Tiemann noch unter Steffen Scheller. Auch das Museumskonzept von 2022, in dem das Frey-Haus eine zentrale Rolle spielt, blieb bisher folgenlos.
2020 kam die durchaus visionäre Idee auf, das alte Stadtbad wiederzubeleben. In dem zentral gelegenen Gebäude sollten Stadtmuseum und Kunsthalle Platz finden. Die CDU-geführte Stadtverwaltung hatte das Stadtbad allerdings verkauft, weil sie damals keinen städtischen Bedarf dafür sah. Dennoch fand die Idee in der SVV eine fraktionsübergreifende Mehrheit. Dann verschwand das Projekt aber – wie viele gute Ideen – von der Vorhabenliste der Verwaltung.
Laut MAZ (https://www.maz-online.de/lokales/brandenburg-havel/komplett-ungeeignet-brandenburg-gibt-historisches-museum-auf-und-plant-neustart-KQCUXQPGKJFURPIERPQPY7LMUI.html) wird der „Zukunftscampus“ am Industriemuseum mit 10 Millionen Euro beziffert. Das Geld soll überwiegend aus Fördermitteln kommen. Das Stadtmuseum ist darin aber noch gar nicht eingepreist. Das ist angesichts der Finanzlage der Stadt nicht nur ambitioniert. Es erscheint kaum finanzierbar. Das gilt erst recht mit Blick auf den ausgeglichenen Haushalt, den die CDU in der SVV fordert.
Die baulichen Herausforderungen am Frey-Haus sind groß, das ist nachvollziehbar. Aber der Standort im Herzen der Stadt ist mehr als „klein, aber fein“. Er macht die über 1000-jährige Stadtgeschichte erlebbar und sollte das auch künftig tun.
Eine Stärkung des für unsere Stadt so wichtigen Industriemuseums steht dem übrigens nicht entgegen.
Klaus Hoffmann
Vorsitzender Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der SVV
Ritterstr. 90
14770 Brandenburg an der Havel
Kreisgeschäftsführerin: Doreen Müller
Die Geschäftsstelle ist montags 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet!
Anfragen und Terminvereinbarungen gern über vorstand@gruene-brandenburg-havel.de
Das Regionalbüro von Felix Banaszak ist freitags 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet!
Büroleiterin: Charlotte Muijs
Für alle Mitglieder und Sympathisanten, die die Arbeit des Kreisverbandes auch finanziell unterstützen möchten, können dies unter folgender Bankverbindung tun:
Inhaber: Bündnis 90/Die Grünen
IBAN: DE04 1606 2073 0008 0784 75
Wir bedanken uns für alle Spenden.
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